Berichte
Eineinhalb Jahre KI-Qualifizierung für die Praxis: Das AI CAMP brachte über 100 Fachkräfte, Entwickler:innen und Entscheidungstragende zusammen, um Künstliche Intelligenz nicht nur zu verstehen, sondern gezielt und verantwortungsvoll in Unternehmen einzusetzen. Dabei wurde das Wissen in 36 theoretischen und praktischen Kursen erarbeitet.
Künstliche Intelligenz verändert, wie Unternehmen arbeiten, entwickeln und Entscheidungen treffen. Doch zwischen dem Hype um neue Tools und der tatsächlichen Anwendung im Unternehmensalltag liegt eine entscheidende Frage: Wie wird aus künstlicher Intelligenz konkreter Nutzen?
Genau hier setzte das AI CAMP an. Als FFG-gefördertes Qualifizierungsnetzwerk stärkte das Projekt über seine Laufzeit hinweg die KI-Kompetenzen österreichischer Unternehmen – mit einem klaren Fokus auf Praxis, strategisches Denken und konkrete Anwendungen. Von den Grundlagen über Generative AI und Prompt Engineering bis hin zu strategischen AI-Roadmaps, nachhaltiger Nutzung und vertiefenden Deep-Dive-Themen bot das AI CAMP unterschiedliche Wege, um sich mit Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen.
Das AI CAMP war dabei bewusst mehr als eine klassische Weiterbildungsinitiative. Die fünf verschiedenen Module richteten sich an unterschiedliche Zielgruppen und ermöglichten einen individuellen Einstieg in die Welt der Künstlichen Intelligenz.
Das Modul A vermittelte grundlegendes KI-Wissen und richtete sich an Mitarbeiter, die sich erstmals intensiver mit dem Thema auseinandersetzen wollten. Darauf aufbauend boten die spezialisierten Lernpfade AI Strategist, AI Innovator und AI Practitioner unterschiedliche Perspektiven auf den Einsatz von KI: von strategischen Fragestellungen über Innovation und Entwicklung bis hin zur praktischen Umsetzung. Das abschließende Modul Z setzte schließlich auf den konkreten Wissenstransfer in projektbezogenen Taskforces.
So entstand über die gesamte Projektlaufzeit ein breites Qualifizierungsangebot, das KI aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtete und gleichzeitig immer wieder die Brücke zur betrieblichen Praxis schlug.
Ein wesentlicher Bestandteil des AI CAMP war die große Bandbreite an Themen. Denn KI-Kompetenz bedeutet heute weit mehr, als zu wissen, wie ein Chatbot funktioniert.
Die Teilnehmer beschäftigten sich unter anderem mit Generativer KI, Large Language Models und Prompt Engineering und lernten, wie KI-Tools sinnvoll in bestehende Arbeitsprozesse integriert werden können. Dabei ging es nicht nur darum, bessere Prompts zu schreiben, sondern vor allem darum, die Qualität von Ergebnissen einzuschätzen, geeignete Anwendungsfälle zu erkennen und KI gezielt als Werkzeug einzusetzen.
Auch konkrete Einsatzfelder kamen nicht zu kurz: So wurden beispielsweise Anwendungsmöglichkeiten von Generative AI im Marketing und Personalwesen betrachtet, ebenso wie der Einsatz von KI für Innovation, Unternehmensprozesse und die Entwicklung neuer Lösungen. Bereits frühere SILICON ALPS Workshops zeigten dabei den stark praxisorientierten Ansatz: Teilnehmer konnten KI-Tools direkt ausprobieren, konkrete Unternehmensszenarien bearbeiten und gemeinsam mit Expert Fragen zu Produktivität, Risiken und Prompting diskutieren.
Mit zunehmender KI-Erfahrung verändert sich auch die Fragestellung in Unternehmen. Aus „Was kann KI?“ wird „Wo können wir KI sinnvoll einsetzen?“ und schließlich „Wie machen wir KI zu einem Teil unserer Unternehmensstrategie?“
Genau diese Entwicklung spiegelte sich auch im AI CAMP wider. Neben praktischen Skills standen strategisches Denken, Innovationskompetenz und die Entwicklung konkreter AI-Roadmaps im Mittelpunkt. Damit sollten Unternehmen nicht nur einzelne Tools kennenlernen, sondern langfristig in die Lage versetzt werden, eigene KI-Anwendungen und Strategien zu entwickeln.
Das bedeutete auch, sich mit den Grenzen und Herausforderungen von KI auseinanderzusetzen: Welche Daten dürfen verwendet werden? Welche Risiken entstehen? Wie lässt sich KI verantwortungsvoll einsetzen? Und welche Kompetenzen braucht es innerhalb eines Unternehmens, damit aus einzelnen Experimenten tatsächlich nachhaltige Innovation entsteht?
Je stärker KI in Unternehmen eingesetzt wird, desto wichtiger werden Fragen rund um Datenschutz, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Transparenz und verantwortungsvolle Nutzung.
Auch diese Themen fanden im AI CAMP ihren Platz. Die späteren Kurse griffen unter anderem die verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung von AI auf und ermöglichten vertiefende Auseinandersetzungen mit aktuellen Entwicklungen. Damit wurde deutlich: Zukunftsfähige KI-Kompetenz besteht nicht allein aus technologischem Know-how. Sie umfasst ebenso die Fähigkeit, Chancen und Risiken abzuwägen und KI bewusst in bestehende Strukturen und Prozesse einzubetten.
Eine besondere Stärke des AI CAMP lag in seinem Netzwerk. Gemeinsam mit Uni Klagenfurt, FH JOANNEUM, Fraunhofer Austria, Know-Center, Uni Graz und weiteren Partnern wurde Wissen aus Forschung und Wissenschaft für die praktische Anwendung in Unternehmen zugänglich gemacht. Ergänzt wurde das Netzwerk durch Unternehmenspartner wie Magna, Ortner Reinraumtechnik, Ottronic Regeltechnik, WILD Holding und sclable Business Solutions.
Damit entstand ein Umfeld, in dem nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Erfahrungen ausgetauscht, konkrete Fragestellungen diskutiert und neue Perspektiven eröffnet werden konnten.
Mit dem Abschluss des AI CAMP endet zwar die Projektlaufzeit, der eigentliche Wissenstransfer soll jedoch weiterwirken.
Denn genau darin lag das langfristige Ziel des Projekts: Innovations- und Umsetzungskompetenz in österreichischen Unternehmen aufzubauen und nachhaltig zu stärken.
Über die verschiedenen Kurse konnten Teilnehmende je nach Vorwissen und Rolle ganz unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Grundlagen verstehen, KI-Tools ausprobieren, Prompts optimieren, konkrete Use Cases entwickeln, Generative AI im Arbeitsalltag einsetzen, strategische AI-Roadmaps erarbeiten oder sich mit verantwortungsvoller und nachhaltiger KI-Nutzung auseinandersetzen.
Das AI CAMP hat damit vor allem eines gezeigt: KI-Kompetenz entsteht nicht in einem einzelnen Workshop. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt – durch Wissen, praktisches Ausprobieren, Austausch und die Fähigkeit, Technologie mit konkreten Herausforderungen zu verbinden.
Für SILICON ALPS ist genau dieser Wissenstransfer ein zentraler Beitrag zu einer innovationsstarken und zukunftsfähigen Technologie- und Wirtschaftsregion.
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