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Förderung und Finanzierung von Innovationen und Investitionen – neue Entwicklungen

Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen haben Konsequenzen für innovatives Unternehmertum, Forschung und Entwicklung. Auf der einen Seite führt Individualisierung zu hohem assumierten persönlichen Risiko, das sich in aktiveren, flexibleren Formen der Unternehmung widerspiegelt. Auf der anderen Seite treten die Erlebnismenschen als Prosumer in Vordergrund, die sich gerne mit anderen vernetzen und kollaborativ Teilhabe an den Versprechungen der Gegenwart haben wollen. Für die Ideen und Projekte am Puls der digitalen Zeit gibt es schon eine Vielzahl an finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten, jedoch, wie gelangt man zu ihnen?

Im Spannungsfeld der Ressourcen und Möglichkeiten der Projektförderung und Unternehmensfinanzierung, bot der ExpertsBrunch am 2. August 2017 (Hotel Wiesler, Graz) anregende Information über die klassischen und weniger klassischen Förder- und Finanzierungsmodelle an.

Im einführenden Impulsvortrag erklärte Michael Kerschbaumer (SFG) den Unterschied zwischen Förderung und Finanzierung und stellte die wesentlichen Finanzierungsinstrumente im Lebenszyklus eines Unternehmens dar. Auf interessante und weniger bekannte EU-Finanzinstrumente wurde ergänzend hingewiesen (mehr Infos auf: http:/www.access2finance.eu). Ebenso betrachtet wurden die Forschungs-, Entwicklung und Innovationsförderungen, mit einer klaren Systematisierung nach Technology Readiness Level. Damit InnovatorInnen Erfolg haben, insistiert er auf die Notwendigkeit einer klaren a priori Abschätzung der eigenen Umsetzungschancen am Markt.

Im zweiten Impulsvortrag erklärte der Innovationsexperte Reinhard Willfort, Geschäftsführer des Innovation Service Network und Initiator der Crowdinvesting Plattform 1000X1000 die Grundprinzipien, Modelle und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Crowdfundings. Es ist wichtig zu betonen, dass Crowdfunding bestehende Finanzierungen nicht ersetzt, sondern ergänzt und somit in interessanten Mischformen auftritt. Auf die Möglichkeiten der Aktivierung von Kunden und Kundinnen wurde stark hingewiesen: sie können als “Active Fans” den Sinn einer Idee prüfen und eventuell zu der Weiterentwicklung und laufenden Bedürfnisanpassung der Innovation beitragen.

Die anschließende Podiumsdiskussion machte einige wichtige Anlaufstellen für Finanzierungs- und Förderungsanliegen sichtbarer und klärte spezifische Fragen. In der Steiermark ist die SFG (Steirische Wirtschaftsförderung) eine wegweisende Instanz, die kostenlos Informationen über verschiedenen Geldquellen und potenziellen Investoren entsprechend der Unternehmenskategorie gibt, so Alexander Schwarz, Leiter der Finanzierungsvergabe bei SFG. Auf die professionelle Unterstützung der Förder- und Finanzierungsansuchen durch Beraterunternehmen wies Petra Lahofer von Austin BFP hin. Erfolgstipps bei den “klassischen” Kreditformen gab Martin Tonweber von der Steiermärkischen Sparkasse, so wie ein öffentlicher Fördergeber in der Frühphase, ein durchgedachter Businessplan, wo es konkrete Angaben über die Gewinn- und Rückzahlmöglichkeiten in den ersten 3 Jahren gibt.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bei den Vortragenden Michael Kerschbaumer und Dr. Reinhard Willfort sowie den eingeladenen Experten und Expertinnen Petra Lahofer, Alexander Schwarz und Martin Tonweber bedanken.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit Human.technology Styria und Enterprise Europe Network (EEN) statt.

Impulsvorträge:

Förderungen versus Finanzierungen. FTI Förderungen im Überblick. Michael Kerschbaumer. SFG Austria

Crowdfunding. Dr. Reinhard Willfort, Managing Director isn-innovation Service network

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