Nachbericht zum 91. Digitaldialog: “Prozessdigitalisierung im industriellen Umfeld”

Digitalisierung mit “Software made in Steiermark”

Der 91. Digitaldialog fand als Präsenzevent im innovativen Schumpeter Labor der Technischen Universität Graz statt. Für diesen Termin stellte die IT Community Styria (ITCS) eines ihrer fünf Leuchtturm-Themen in den Mittelpunkt, nämlich die “Prozessdigitalisierung im industriellen Umfeld”. In der von Thomas Dietinger, Geschäftsführer der ITCS, moderierten Veranstaltung erklärten Angelika Weber (axtesys), Gerald Ebner (evon) und Jürgen Kalcher (DCCS) die vielfältigen Aspekte und Möglichkeiten der Digitalisierung in der Industrie.

Kernpunkt war, dass industrielle Unternehmen nur durch digitale Unterstützung weiterhin erfolgreich am Markt bestehen können. Software-Lösungen, die bereits seit vielen Jahren im Einsatz sind, müssen oft aufgrund hoher Wartungskosten, fehlender Benutzerfreundlichkeit oder mangelnder Prozessabdeckung gänzlich abgelöst werden oder Prozesse sollen im Rahmen von Digitalisierungsstrategien als schlankere, effizientere und schnellere Abläufe realisiert werden. Dadurch gehen jedoch Erfahrungen verloren, die im Laufe der Jahre in die bestehenden Prozesse eingeflossen sind. Besser ist es hier, den Wettbewerbsvorteil zu erhalten, indem alle Funktionalitäten in einer Individualentwicklung realisiert werden.

Sowohl im Bereich der Neuentwicklung von Software als auch in der Modernisierung bzw. Ablöse von Systemen liegt häufig großes Potential, um unternehmensspezifische Prozesse zu optimieren. Dies, indem mittels Low-Code Plattformen oder klassischer Individuallösungen digitale Systeme geschaffen werden, die auch hochgradig individuelle Prozesse optimal abbilden und Abläufe digitalisieren bzw. automatisieren.

In den Vorträgen wurde auch klar dargestellt, dass die Digitalisierung der Produktionsstätten wie auch die Vernetzung der Maschinen im Sinne von Industrie 4.0 enorme Potentiale bietet, wobei auch hier großer Wert auf die Sicherheit der Systeme, wie auch auf die Flexibilität und Skalierbarkeit der Lösung, im Sinne der Erweiterbarkeit der Produktionsanlagen und der Produktpalette, gelegt werden muss.

Wesentlicher Erfolgsfaktor jeder Prozessdigitalisierung ist die rasche Realisierung von passgenauen Lösungen. Dabei wurde gut gezeigt, was die jeweiligen Vor- und Nachteile bei den Umsetzungsmöglichkeiten von No- bzw. Low-Code bis hin zu Individualentwicklung sind. Hier konnten die Expert:innen die relevanten Entscheidungskriterien aufzeigen, sei es Geschwindigkeit in der Umsetzung, Bewahren von Know-How, Sicherheit oder die Kostenverteilung über die Jahre. Wenn es um die Realisierung digitaler Lösungen geht, die direkt in der Produktionsstätte Prozesse unterstützen, bieten modernen, skalierbaren Systeme langfristige Vorteile, die die Brücke zu den industriellen Maschinen schlagen können und damit auch einen Mehrwert für die Industrie 4.0 bieten.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, an der neben den Vortragenden auch Robert Ginthör (Know-Center) teilnahm, hatten die Veranstaltungsteilnehmer Gelegenheit, Fragen und persönliche Erfahrungen einzubringen. Die angeregten und intensiven Gespräche zeigten, dass viele Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen stehen und bereit sind, neue technologische Möglichkeiten zu nutzen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde ersichtlich, dass die Bedeutung von IT-Know-How und IT-Verständnis weiter steigen.

Präsentationen & Fotos

Fotos: Johannes Pechmann | APUS Software GmbH