Lern-Repair-Café

Repair-Cafés sind uns mittlerweile ein Begriff. Sie jedoch zu pädagogischen Zwecken zu nutzen ist neu. So geschehen bereits zwei Mal, lesen Sie hier warum:

Der von der FFG geföderte Innovationslehrgang Inno EBS hat den Auftrag interdisziplinären Wissenstransfer in Electronic Based Systems zur Stärkung der Akteure der Wertschöpfungskette herzustellen. Elektronikbasierte Systeme (EBS) sind Komponenten, Geräte und Systeme mit Mikro- und Nanoelektronik sowie die dazugehörige eingebettete Software. Diese Systeme bilden die Basis für eine Vielzahl digitaler Produkte und Prozesse – von autonomen Fahrzeugen über Smart Home-Lösungen bis hin zu intelligenten Maschinen. Für die Entwicklung solcher Technologien braucht es neben speziellem Fachwissen vor allem Querschnittskompetenzen in den Bereichen Hardware, Embedded Software und elektronikbasierter Systeme. Die TU Graz hat einen Innovationslehrgang mit vier Tracks im Bereich Electronic Based Systems gestartet, welches die Teilnehmenden zu Expertinnen und Experten mit genau diesem Fachwissen und Querschnittskomponenten ausbildet.

Die Lernenden kommen aus verschiedenen Betrieben und Disziplinen und werden vom Institut für Elektronik unterstützt. Dadurch entstehen unterschiedliche Lern-Niveaus. „Wie können diese nicht als Problem, sondern als Ressource gesehen werden.“ war die Fragestellung aus der sich die Idee entwickelt hat.

Es muss also eine Lern-Umwelt geschaffen werden in der Lernende intrinsisch motiviert mit einer Problemlösung beschäftigt sind, ohne eine Zusatzbelastung zu empfinden. „Reparieren kann eine Säule sein, welche diese Lücke schließt“ sagt Dominik Berger, Initiator des Lern-Repair-Cafés.

Betrachtet man diese Idee aus mehreren Perspektiven wird rasch klar, wie wertvoll dieser Ansatz ist:

Unternehmensperspektive:

Zusätzlich zu einem besseren allgemeinen „Hardware-Verständnis“ erkennen MitarbeiterInnen bereits während dem Reparieren Schwachstellen an Geräten. Diese Learnings können in neue Design-Prozesse implementiert werden. Es entstehen in weiterer Folge Produkte, die eine höhere Qualität aufweisen.

Didaktische Perspektive:

Lernen ist hier kein eindimensionaler Wissenszuwachs, sondern eine gemeinsame, „hands on“ Erfahrungen, die den Lernenden nachhaltige Kompetenzen verleihen.

Fachkräfte Perspektive:

Junge Menschen können niederschwellig in Kontakt mit Unternehmen und Bildungseinrichtungen treten. Lern-Repair-Cafes können ein erster Schritt sein junge Menschen von nachhaltiger Technik zu begeistern.

Gesellschaftspolitische Perspektive:

Genau vor einem Jahr hat die EU ein wichtiges Statement verlautbart: „Parliament wants to boost ustainability by promoting reuse and repairs and by tackling practices that shorten the lifespan of products. “ Diese Produkte, vielmehr diese Ressourcen nicht über den “Müll” zu verlieren, sondern „wiederzubeleben“ ist eine wichtige Maßnahme hinsichtlich des Green Deal.

 

Das erste Lern-Repair-Café hat direkt bei der Firma AT&S in Leoben stattgefunden, das zweite bei der EBSCON in Graz. Herausgekommen sind mehrere wieder einwandfrei funktionierende Geräte, verhinderter Elektro-Schrott und zufriedene und begeisterte TeilnehmerInnen sowie noch höherschlagende EBS Herzen – Silicon Alps sagt „well done!“

More Informations: Institut für Elektronik