Forderungen der europäischen Halbleiterbranche – SEMICON 2022

Forderungen der europäischen Halbleiterbranche – SEMICON 2022

Mit massiven Subventionen in Europa sollen globale Marktanteile verschoben werden. Der von der EU-Kommission angekündigte „European Chips Act“, ein Gesetzespaket zur Stärkung der europäischen Chip-Industrie, bildet die Basis für dieses Vorhaben. Die „Silicon Europe Alliance“, der Zusammenschluss europäischer Cluster-Organisationen, hat nun im Rahmen der SEMICON in München ein Positionspapier mit konkreten Forderungen und Vorschlägen präsentiert.

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Europa seine Halbleiterindustrie unterstützt und ihre Widerstandsfähigkeit stärkt. Dafür muss die gesamte Wertschöpfungskette, vom Chipdesign über die Herstellung bis hin zu den Endverbrauchern, in Europa gefördert werden“, berichte Robert Gfrerer, als Geschäftsführer des Silicon Alps-Clusters auch Teil der Silicon Europe Alliance, aus München.
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Dr. Robert Gfrerer, Geschäftsführer Silicon Alps Cluster

„Als eine Allianz, die Cluster vertritt, deren Schwerpunkt auf Europas aktiven kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) liegt, hofft Silicon Europe auf die weitere Entwicklung von Mechanismen, Strategien und (überarbeiteten) Vorschriften, die speziell für diese Unternehmen hilfreich sind. Es ist unabdingbar, diese dynamischen und agilen Unternehmen – ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Wirtschaft – mit der Wertschöpfungskette der Halbleiterindustrie an der Basis zu verbinden.“

 

Kern des Positionspapiers

Im Positionspapier der Silicon Europe Alliance werden Vorschläge präsentiert, durch die das Ziel der Erhöhung des internationalen Marktanteils erreicht werden kann. Aufgrund der sich stark ändernden demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft (Bevölkerungspyramide) soll insbesondere der Fokus auf die Mobilisierung von Arbeitskräften sowie Bildung gelegt werden. Die wesentliche Punkte des Positionspapiers umfassen folgende Themenbereiche:

– Mobilisierung von Arbeitskräften und Bildung

– Förderung und besserer Zugang zu kleinen, agilen Produktions- und Testeinrichtungen

– KMU und EU-Finanzierung: bessere Einbindung von KMUs und Start-ups in (neue) Förderprogramme

Präsentiert werden die Forderungen und Vorschläge (im Detail siehe Beilage „Positionspapier zum European Chips Act“) im Rahmen der SEMICON Europe, der Leitmesse der Branche, die von 15. bis 18. November 2022 in München stattfindet.

SEMICON – Treffpunkt der europäischen Halbleiter-Branche

Die SEMICON Europa richtet sich an ein einflussreiches Publikum aus allen Segmenten und Bereichen der europäischen Mikroelektronikbranche, wie z.B. Front-End-Fertigung, Endfertigung und Advanced Packaging. Die Produkt- und Anwendermärkte umfassen MEMS, Sensoren, Leistungselektronik, gedruckte/organische/flexible Elektronik, Internet der Dinge, den Automobilsektor, die Medizintechnik und viele weitere. Die Mikroelektronik gehört eben zu den wichtigsten Technologien unserer Zeit. Von der Elektromobilität, dem autonomen Fahren, den selbst lernenden Maschinen bis hin zur Medizintechnik sowie der Energieerzeugung – nichts geht ohne die winzigen Chips. Auf der führenden europäischen Messe für Industrie und Forschung zu diesen Zukunftsthemen vernetzen sich mehr als 8.000 Ingenieure, Führungskr.fte und Entscheidungsträger.

Der Beitrag Österreichs

Österreich ist in der Halbleiterindustrie stark vertreten und hat in Süd.sterreich unter anderem Unternehmen wie Infineon, Intel, AMS OSRAM, TDK, AT&S, AVL, CISC oder NXP angesiedelt, die im globalen Wettbewerb eine bedeutende Rolle spielen. Die SAL (Silicon Austria Labs) mit ihren Standorten in Graz, Linz und Villach zählt zu den Big Four RTOs (Research and Technology Organisations) in Europa. Diese und viele weitere Unternehmen sind Partner des Silicon Alps-Clusters. Auf der SEMICON in München ist der Silicon Alps Cluster naturgemäß vor Ort und vertritt die Interessen der österreichischen Unternehmen. „Wir als Cluster-Organisation und Teil der Silicon Europe Alliance setzen uns dafür ein, dass österreichische Unternehmen vom ‚European Chips Act‘ profitieren. Weiters sollen die Sichtbarkeit des österreichischen Marktes, insbesondere der Region Steiermark & Kärnten, erhöht und die Bedeutung und Assets im internationalen Vergleich hervorgehoben werden“, berichtet Cluster-Gesch.ftsführer Robert Gfrerer aus München.