Zukunftsbranche Leistungselektronik

Der 83. Digitaldialog hat es klar vor Augen geführt: Die zuneh­mende Digi­ta­li­sie­rung verlangt nach gut ausge­bil­deten Fach­kräften in der Elek­tronik und Mikro­elek­tronik mit Schwer­punkt Leis­tungs­elek­tronik. In Abstim­mung mit Unter­nehmen und Insti­tu­tionen wie Infi­neon Tech­no­lo­gies Austria, Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung, KWF Kärntner Wirt­schafts­för­de­rungs Fonds, dem KAI Kompe­tenz­zen­trum Auto­mobil- und Indus­trie­elek­tronik sowie den Silicon Austria Labs entwi­ckelt, soll Studie­renden in diesem englisch­spra­chigen Master­stu­di­en­gang theo­re­ti­sches und prak­ti­sches Verständnis von leis­tungs­elek­tro­ni­schen Kompo­nenten und Systemen vermit­telt werden.

Nicht nur Fahr­zeuge werden dank der Leis­tungs­elek­tronik im Bereich des auto­nomen Fahrens immer zuver­läs­siger, auch elek­tro­ni­sche Geräte wie PCs oder Handy-Lade­ge­räte verlangen nach komplexen leis­tungs­elek­tro­ni­schen Tech­no­lo­gien. Der neu akkre­di­tierte Master­stu­di­en­gang „Indus­trial Power Elec­tro­nics“ trägt diesen Zukunfts­themen Rech­nung, die allen voran darauf abzielen, Energie zu sparen, Perfor­mance und Komfort zu bieten. „Ausge­hend von den Anfor­de­rungen und Ambi­tionen unserer indus­tri­ellen Partner, die nach akade­misch ausge­bil­deten und praxis­ori­en­tierten Inge­nieuren suchen, fokus­sieren wir unser Studi­en­pro­gramm auf moderne Leis­tungs­halb­lei­ter­tech­no­lo­gien und Kompo­nenten sowie auf deren aktu­elle und zukünf­tige Anwen­dungen in der elek­tro­ni­schen Ener­gie­wand­lung. Insge­samt 16 Studi­en­plätze werden im Winter­se­mester 2021/​22 zur Verfü­gung stehen und Studie­renden eine vertie­fende Ausbil­dung im Bereich leis­tungs­elek­tro­ni­scher Schal­tungen und Systeme in engli­scher Sprache bieten“, erklärt Michael Glava­no­vics, Studi­en­gangs­leiter des vier­se­mest­rigen Master­stu­di­en­gangs „Indus­trial Power Elec­tro­nics“.

Erste Absol­vent*innen werden im Sommer 2023 abschließen und auf dem inter­na­tio­nalen Arbeits­markt sehr gefragt sein. Speziell in Forschung, Entwick­lung, Produk­tion und Quali­täts­si­che­rung von Unter­nehmen der Mikro­elek­tronik und Halb­lei­ter­her­stel­lung ist die Nach­frage nach Fach­kräften groß. Der Trend zu mehr Ener­gie­ef­fi­zienz spielt auch in der Indus­trie- und Konsum­gü­ter­elek­tronik, Antriebs­technik, Elek­tri­zi­täts­ver­sor­gung, Tele­kom­mu­ni­ka­tion sowie in der Auto­mo­bil­branche und der Luft- und Raum­fahrt­technik eine große Rolle, so dass sich für Leis­tungs­elek­tro­niker*innen in diesen Bran­chen eben­falls zahl­reiche Karrie­re­per­spek­tiven ergeben.

Bildungs­re­fe­rent Landes­haupt­mann Peter Kaiser: „Unser Ziel ist es, für junge Menschen zukunfts­ori­en­tierte Bildungs­an­ge­bote im eigenen Land zu schaffen und damit vor allem auch den Fach­kräf­te­be­darf der Kärntner Wirt­schaft und Indus­trie zu decken. Bereits zwölf Unter­nehmen haben in einer rund um den geplanten Master­stu­di­en­gang durch­ge­führten Bedarfs- und Akzep­tanz­ana­lyse ihren Bedarf in den kommenden fünf Jahren mit etwa 550 Nach­wuchs­kräften im Bereich Leis­tungs­elek­tronik bezif­fert. In der Weiter­ent­wick­lung des Bildungs­an­ge­botes und der Verknüp­fung von Theorie und Praxis, wie wir es u. a. auch mit den Erfolgs­pro­jekten „Lehre mit Matura“, „Lehre nach Matura“ und seit kurzem auch mit „Lehre und Studium“ schaffen, erwachsen dem Standort Kärnten, der Jugend, den Unter­nehmen und der Bevöl­ke­rung allge­mein zukunfts­reiche Perspek­tiven.“ Der Studi­en­gang wird aus Bundes­mit­teln mit Kofi­nan­zie­rung durch das Land Kärnten und die Stand­ort­ge­meinden sowie aus den regu­lären Studi­en­bei­trägen finan­ziert.

IV-Kärnten-Geschäfts­füh­rerin Claudia Mischensky freut sich, dass auch dieses neue Studi­en­an­gebot der FH Kärnten im Bereich Leis­tungs­elek­tronik viele Anknüp­fungs­punkte in der Kärntner Indus­trie sowie im Dienst­leis­tungs­um­feld bringt: Natür­lich in der Elektro- und Elek­tro­nik­in­dus­trie, aber dann auch in der Wind­kraft, der Photo­vol­taik, zuneh­mend in der sich elek­tro­mobil umori­en­tie­renden Auto­zu­lie­fer­in­dus­trie, nicht zuletzt bei den Ener­gie­ver­sor­gern. „Das neue Master­stu­dium ist ein weiterer wich­tiger Baustein für Kärn­tens indus­triell-tech­no­lo­gi­sche Zukunft – im Drei­klang von Bildung, Forschung und Unter­nehmen“, so Mischensky abschlie­ßend.

Für Infi­neon Austria Vorstands­vor­sit­zende Sabine Herlitschka geht es um die Etablie­rung einer hoch­wer­tigen Leis­tungs­elek­tronik-Ausbil­dung mit nach­hal­tiger Wirkung: „Leis­tungs­elek­tronik ist DIE Schlüs­sel­tech­no­logie als Beitrag gegen den Klima­wandel, weil wir damit die große Ener­gie­res­source Ener­gie­ef­fi­zienz erschließen. Wir haben diesen inter­na­tional ausge­rich­teten Studi­en­gang aktiv ange­regt, um die Exper­tise in dieser Schlüs­sel­tech­no­logie zu stärken. Infi­neon entwi­ckelt und produ­ziert aus Öster­reich heraus Leis­tungs­halb­leiter für den Welt­markt und adres­siert globale Themen wie Ener­gie­ef­fi­zienz, umwelt­ge­rechte Mobi­lität oder Sicher­heit. Wir inves­tieren massiv in den Standort und schaffen hoch­qua­li­fi­zierte Arbeits­plätze. Top-ausge­bil­dete Fach­kräfte sind daher höchst zukunfts­re­le­vant.“

Villachs Bürger­meister Günther Albel freut sich, dass mit dem Master­stu­di­en­gang Indus­trial Power Elec­tro­nics ein weiterer Meilen­stein erreicht werden konnte: „Unser gemein­sames Enga­ge­ment hat eine Mega-Inves­ti­tion der euro­päi­schen Indus­trie am Standort Villach ermög­licht. Dafür war eine exzel­lente Ausbil­dung im Bereich Leis­tungs­elek­tronik ein zentraler Punkt im Katalog der umzu­set­zenden Maßnahmen. Dieser neue Studi­en­gang vereint Anspruch und Chancen.“
Albel ist über­zeugt, dass die am Wirt­schafts­standort ansäs­sige Indus­trie, Silicon Austria Labs und die anderen Forschungs­ein­rich­tungen davon profi­tieren werden. „Wir tauschen uns regel­mäßig aus und arbeiten daran, dass Villach den Bedarf nach hoch­ka­rä­tiger Ausbil­dung, ambi­tio­nierten Arbeits­kräften, attrak­tiven Arbeit­ge­bern und erst­klas­siger Lebens­qua­lität noch besser vereinen kann. Wir sind auf einem guten Weg.“

ZUGANGS­VOR­AUS­SET­ZUNGEN FÜR DEN MASTER­STU­DI­EN­GANG „INDUS­TRIAL POWER ELEC­TRO­NICS“

Fach­liche Zugangs­vor­aus­set­zung ist ein abge­schlos­sener fach­ein­schlä­giger Bache­lor­stu­di­en­gang oder der Abschluss eines gleich­wer­tigen Studiums an einer aner­kannten inlän­di­schen oder auslän­di­schen post­se­kun­dären Bildungs­ein­rich­tung. Die Fach­ein­schlä­gig­keit erfor­dert, dass 15 ECTS-Credits aus den Berei­chen Elek­tro­technik und Elek­tronik sowie 10 ECTS in Mathe­matik und 8 ECTS in Physik im Rahmen des Studiums absol­viert wurden. Engli­sche Sprach­kennt­nisse auf Niveau­stufe B2 sollten eben­falls vorliegen. Weitere Infor­ma­tionen & Online-Bewer­bung: www.fh-kaernten.at/​ipe

Rudolf Krall, Head of Re­search Divi­sion Power Elec­tro­nics, Silicon Austria Labs:
„Die Leis­tungs­elek­tronik ist eine der Schlüs­sel­tech­no­lo­gien, die eine stär­kere Elek­tri­fi­zie­rung voran­treibt und diese für unter­schied­liche Anwen­dungen erst ermög­licht. Wichtig sind ener­gie­ef­fi­zi­ente Lösungen und ein sensi­bler Umgang mit den einge­setzten Ressourcen. Es braucht ein belebtes und erfolg­rei­ches Ökosystem, beste­hend aus Forschung, Indus­trie und Lehre. Die FH Kärnten schafft mit dem neuen Schwer­punkt dabei einen wich­tigen Beitrag.“

Rück­fra­ge­hin­weis FH Kärnten:
Dr. Michael Glava­no­vics
Studi­en­gangs­lei­tung Master­stu­di­en­gang Indus­trial Power Elec­tro­nics
E: m.glava­no­vics@fh-kaernten.at
www.fh-kaernten.at