[:de]Future Jobs – Mädchen und Frauen in die Technik – Potenziale nutzen[:]

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Future Jobs – Mädchen und Frauen in die Technik – Potenziale nutzen

Im Rahmen der „Ausbildungsoffensive Elektronik 2020“ lud der Silicon Alps Cluster am 14. Juni 2017 zum COMPETENCEFORUM im Lakeside Science & Technology Park in Klagenfurt ein. Unter dem Motto „Future Jobs“ widmete sich das Format dem hochaktuellen Thema „Mädchen und Frauen in die Technik – Potenziale nutzen“. Günther Lackner führte durch den interessanten Nachmittag. Zahlreiche Impulsvorträge aus Industrie, Politik und Wissenschaft sowie eine anregende Podiumsdiskussion rundeten die Veranstaltung mit rund 50 Teilnehmern ab.

Gaby Schaunig, Technologiereferentin des Landes Kärnten, gab einen Überblick über die Zukunft der Bildung und Arbeit 4.0 und die zahlreichen Initiativen und Programme des Landes Kärnten in den Bereichen Industrie 4.0, Digitalisierung, sowie Forschung und Ausbildung/Bildung. Gerade die industriellen, gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen machen Aus- und Weiterbildungen bei Mädchen und Frauen wichtiger denn je. Das Bewusstsein hierfür muss noch mehr geschärft werden.

Sabine Herlitschka von Infineon Technologies sieht die Digitalisierung und Industrie 4.0 als wesentliche Chance für mehr Individualisierung und Vernetzung. Als ein Vorreiterunternehmen mit vielen Programmen und Initiativen vom Kind bis zum Studenten hin zum Arbeitnehmer setzt Infineon Technologies bei Aus- und Weiterbildung auf das 70+20+10 Prinzip: 70 % des Lernens finden durch praktische Berufserfahrung, fachspezifische Aufgaben und Problemlösungen statt, 20 % erfolgen durch den Zugang zu Netzwerken und vor allem durch Interaktion mit anderen Personen und 10 % des Lernens finden im Rahmen einer formalen Ausbildung statt.

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, gilt es auch weiterhin Talente für die Zukunft zu finden und zu fördern. Mit den Initiativen „GirlsDay“, Science MINIS, PhD@Infineon, Infineon Summer School, etc. will Infineon Technologies bei Mädchen und Frauen die Faszination Technik nachhaltig erhöhen und für technische Berufe begeistern. Darüber hinaus fördert und unterstützt der Halbleiterhersteller, mit klaren Anspruch auf Exzellenz, Kooperationen mit Dissertanten aus aller Welt.

Im Anschluss daran referierte Helmut Röck von der WKO Steiermark über das Projekt „Technical Experts“, das Maturanten die Faszination für die Metalltechnik und Mechatronik näherbringen soll. Der aktuelle Trend zeigt nach wie vor den Fachkräftemangel in den Regionen. Darüber hinaus ist die Bereitschaft, in ländlichen Gebieten zu arbeiten, geringer als in den Jahren zuvor und auch die Anzahl der Lehrlinge wird sich zukünftig, auf Grund der demographischen Entwicklung, verringern. Um diesen Trends entschieden entgegenzuwirken, setzt „Technical Experts“ auf technische Ausbildung und Lehre in ausgewählten und hochspezialisierten Unternehmen. Die Metalltechnik-Lehre ist derzeit einer der stärksten Lehrausbildungen und gerade auch bei Mädchen und Frauen gefragt.

Gudrun Haage von der TU Graz gab einen Einblick in die, vor zirka zwanzig Jahren gegründete, Initiative „FIT – Frauen in die Technik“ und präsentierte dann einige Zahlen und Fakten. So hat sich in den letzten Jahren die Zahl der weiblichen Studierenden wesentlich erhöht, sodass derzeit ca. 24 % Frauen an der TU Graz studieren. Dies ist zu einem Großteil auch auf „FIT“ zurückzuführen. Neben Architektur und Molekularbiologie belegen Frauen die Studienrichtungen Elektrotechnik und Maschinenbau (unter 10%) sowie Informatik (10-15%). Um die Anzahl der Studentinnen für technische Studien zu erhöhen, werden im Rahmen von „FIT“ aktiv Schulen besucht, Informationstage veranstaltet und eigene FIT Botschafter und Rolemodels gefördert. Weitere Maßnahmen sind die KinderUniGraz, CoMaed Computerklassen für Mädchen ab 10 Jahren sowie T3Ug Ferialpraktika.

Elke Beneke von EB projektmanagement GmbH stellte die aktuellen Ergebnisse ihrer Studie „Mädchen in Unternehmen“ vor. Die Studie beinhaltet die Kernthemen: Mädchen in technischen Berufen und wie Unternehmen damit am Besten umgehen. Junge Frauen erwarten sich in Unternehmen, dass sie Vertrauen spüren, Transparenz erleben, Karrierechancen sehen, Weiterbildungen in Anspruch nehmen können und sie kennen genau ihre Anforderungen an das Unternehmen. Unternehmen können eine mädchenfreundliche Kultur aufbauen bzw. weiterentwickeln und profitieren dadurch, dass nicht nur der Pool an möglichen Lehrlingen größer wird, sondern auch durch die zusätzlichen Kompetenzen, die Mädchen ins Unternehmen einbringen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich alle Referenten einig, dass durch Qualifikation und Weiterbildung, die Anforderungen an die moderne digitale Arbeitswelt erreicht werden können. Interessanterweise, ist das traditionelle Gesellschaftsmodell hauptsächlich in Zentraleuropa verankert. Wo hingegen in den Oststaaten ein anderes Gesellschaftsbild gezeigt wird, in dem Frauen Männerberufe ohne weiteres ausüben. Es gilt die Technikbegeisterung bereits in frühen Jahren zu fördern und zu unterstützen. Alle sind gefragt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Politik, Ausbildungsstätten sowie Unternehmen und auch wir vom Silicon Alps Cluster. Im Rahmen der Ausbildungsoffensive starten wir jetzt mit einigen Aktionen und werden gezielt Schwerpunkte setzen. Mit dem CompetenceForum wurde der Grundstein für die nächsten Schritte gelegt. Jetzt heißt es „Leinen los“!

Die Feedbackbögen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerteten die Veranstaltung nach Schulnoten wie folgt:
Gesamteindruck: Mittelwert 1,8
Inhalte: Mittelwert 1,7
Dauer: Mittelwert 1,8

Wir freuen uns schon, Sie bei den nächsten Silicon Alps Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

Hier können Sie die Slides der Vorträge laden:

Land_Kaernten

Infineon

WKO

TU_Graz

EB_projektmanagement

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