Back from Remote

In vielen Unternehmen war lange Zeit die traditionelle Ansicht von Arbeitsplatz und Arbeitszeit Zeit fix verankert, der typischen 9-5 Job im festgelegten Büro. Die Flexibilität der Mitarbeiter ist dabei stark eingeschränkt, wobei diese von den Parametern Ort und Zeit beeinflusst werden. Durch das zwangsmäßige Home-Office während der Pandemie haben viele Menschen mehr Flexibilität den Arbeitsplatz betreffend gewonnen. Das Hybrid-Modell vereint die Freiheit des Ortes und der Arbeitszeit – um das sinnvoll umzusetzen, muss man laut Lynda Gratton den Blick auf 4 Faktoren richten.

  1. Jobs und Tasks

Produktivität wird maßgeblich beeinflusst von Energie, Fokus, Koordination und Kooperation, wobei die Priorität dieser vier Faktoren in den unterschiedlichen Jobs variiert.

Strategie PlanerIn: Fokus

  • Wichtig: Möglichkeit des ungestörten Arbeitens für mindestens 3 Stunden
  • Blick liegt auf Faktor Zeit – bei flexibler Arbeitszeit ist der Ort nebensächlich

Team ManagerIn: Koordination

  • Wichtig: Kommunikation, Diskussion und Austausch mit Teammitgliedern
  • Blick liegt auch auf Zeitachse – synchrone Arbeitszeiten des Teams, Ort eher nebensächlich

ProduktinnovatorIn: Kooperation

  • Wichtig: Innovation wird durch Face-to-face-Kontakt von Kollegen und Kunden gesteigert
  • Blick liegt auf gemeinsamen Arbeitsplatz zur selben Zeit

Projekt-ManagerIn: Energie und Kreativität

  • Wichtig: Wohlfühlfaktor und Energielevel für Kreativität
  • Ort und Zeit spielen eine wichtige Rolle – für viele zu Hause am besten

Jede Arbeitsform zeigt positive und negative Seiten auf. Das Ziel des Hybridmodelles ist es, die Downsides zu minimieren. Hiroki Hiramatsu, Leitung der HR bei Fujitsu in Japan, hat dafür verschiedene „spaces“ entwickelt. Die individuellen Ansprüche der MitarbeiterInnen verlangen nach unterschiedlichen Arbeitsplätzen, die alle hochmodern ausgestattet sind. „Hubs“ zum Beispiel sind vorwiegend in den Städten angelegt und ermöglichen die Kooperation und Meetings mit Kunden außerhalb des gewöhnlichen Office. „Shared Offices“ sind überall in Japan verteilt und häufig in der Nähe von Bahnhöfen oder ähnlichen öffentlichen Verkehrsanbindungen. Die Grundidee liegt darin, den Arbeitsplatz ständig variieren zu können, um die Produktivität somit zu steigern.

  1. Employee Preferences

Die Höhe der Produktivität hängt zusätzlich stark von den persönlichen Präferenzen und Lebensumständen ab. Ein 40-jähriger Strategischer Planer mit großem Haus 50 Minuten entfernt vom Büro und moderner Ausstattung im Büro zu Hause kann im Home-Office produktiver arbeiten als im Büro. Eine 28-jährige Strategische Planerin mit kleiner Wohnung mitten in der Stadt jedoch hat nicht die Möglichkeit von zu Hause aus produktiv über längere Zeit zu arbeiten und fühlt sich im Office der Firma wohler. Um die Vorlieben der Mitarbeiter zu verstehen und zu sammeln, verwenden firmen einfache diagnostische Tools.

  1. Projects und Workflows

Um das Hybrid-System erfolgreich einführen zu können, ist die Koordination der Arbeit und Projekte genauso wichtig wie die persönlichen Vorlieben der Mitarbeiter. Eine Möglichkeit dafür bietet die Nutzung von elektronischen Tools zur Koordination von Projekten, um flexibler in den Bereichen Arbeitsplatz und -zeit zu sein. Dadurch wird individuelle Produktivität und der Workflow des Teams ermöglicht. Das neue System soll jedoch nicht nur als Ergänzung zum bestehenden Modell verwendet werden, sondern als Möglichkeit, den Workflow des Unternehmens neu zu gestalten.

  1. Inklusion und Fairness

Das Gefühl der Unfairness am Arbeitsplatz beeinträchtigt die Produktivität, erhöht Burnout Gefahr und verringert die effektive Zusammenarbeit. Werden individuellen Managern mehr Freiheiten gegeben und damit einzelnen Departments mehr oder weniger Flexibilität geboten, kann das zum Gefühl der unfairen Behandlung führen. Es sollten so viele Mitarbeiter verschiedenster Positionen wie möglich in die Umstrukturierungen miteinbezogen werden, um daraus die Vorteile unterschiedlichster Perspektiven zu ziehen.

 

How to Start:

  1. Key Jobs und Aufgaben definieren
  2. Erkennen, was die Produktivität und die Leistung vorantreiben
  3. Bestmögliche Bedingungen für die jeweiligen Begebenheiten schaffen

Wichtig: MitarbeiterInnen in den Prozess miteinbinden und gemeinsam an der bestmöglichen Lösung für die Individuen arbeiten.

 

Call to action:

Bedenken Sie für ihre Unternehmung sowohl die rechtliche Perspektive (Stichwort: Home-Office Gesetz neu seit April 2021) als auch die menschliche und prozessorientierte Perspektive durch persönliche Job-Specifics und Präferenzen.