65. Digitaldialog | Smart Production – Beiträge zur Agilität in Unterstützungsprozessen

V.l.n.r.: Erich HARTLIEB (FH Kärnten), Siegfried SEUFZER (Philips), Michael ARNOLD (Peer Group), Florian SONTOWSKI (Blumenbecker), Roland WILLMANN (FH Kärnten)

65. Digitaldialog | Smart Production – Beiträge zur Agilität in Unterstützungsprozessen

Der Vortragsteil des 65. Digitaldialogs wurde dankenderweise durch die Herrn Siegried SEUFZER (Produktionsleiter für Personal Care bei Philips in Klagenfurt), Herrn Florian SONTOWSKI (Innovationsmanager für komplette Automatisierungslösungen und neue Geschäftsmodelle bei Blumenbecker in Beckum/D) sowie Herr Dr. Michael ARNOLD (Geschäftsführer der Firma PEER Group in Dresden/D).

Zunächst gab Herr SEUFZER einen Überblick über die Architektur und das Vorgehen bei der Einführung autonomer Flurförderfahrzeuge. Eine besondere Herausforderung ist dabei der Bedarf an Standardisierung in Bezug auf Schnittstellen und Prozesse. Schnittstellen umfassen neben Software-Schnittstellen auch physikalische Schnittstellen zwischen den Flurförderfahrzeugen und den automatisierten Fertigungszellen. Startend mit zwei Fahrzeugen, soll der Bestand in den kommenden Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Herr SONTOWSKI gewährte in der Folge einen Einblick in die Implementierung eines agilen Kommissionierarbeitsplatzes. Die Herausforderung ergab sich aufgrund der hauseigenen Fertigung von Schaltschränken, welche de facto in Losgröße 1 hergestellt werden. Zur Nachvollziehbarkeit der verbauten Einzelteile in den Schaltschränken ist die eindeutige Identifizierung aller Einzelteile erforderlich. Bei der Kommissionierung bedeutete diese Notwendigkeit einen erheblichen Suchaufwand. Der präsentierte Kommissionierarbeitplatz übernimmt diese unterstützende Aufgabe und mehr durch ein innovatives Projektionskonzept. Auch bei Blumenbecker war die Standardisierung eine zentrale Herausforderung. Allerdings bestand die Notwendigkeit zur Standardisierung weniger im Zusammenhang mit den vergleichsweise einfachen Montageprozessen, sondern der Abbildung der Produkt- auf die Fertigungsstücklisten.

Abschließend präsentierte Herr Dr. ARNOLD mit dem Automation Capability Management eine Methode zur effektiven Beschaffung von Fertigungsmaschinen oder -anlagen in hochautomatisierten Produktionssystemen. Der zentrale Teil dieser Methode ist die ganzheitliche Betrachtung der Anforderungen aus dem Blickwinkel aller Produktionsprozesse, Unterstützungsprozesse, Führungsprozesse sowie der CIM (Computer Integrated Manufacturing) Architektur. Dieser Betrachtung voraus bzw. damit einher geht wiederum die Notwendigkeit der Abstraktion und Standardisierung aller betroffenen Prozesse und deren Schnittstellen.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurde das abgerundete Bild der Vorträge, in Verbindung mit dem Bedarf nach einer agilen Organisation von Produktionssystemen, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hervorgehoben. Ein breites Feld nahmen die Erfahrungen der Vortragenden in Bezug auf den Bedarf zur Standardisierung (unternehmensinterne Standards oder offizielle Standards) ein. Ebenso wurde der Verlust älterer Arbeitnehmer durch Pensionierung und die Einbindung gering qualifizierterer Arbeitnehmer in Verbindung mit Automatisierung und Standardisierung erörtert.

Bei anschließendem Buffet gab es noch angeregte, themenbezogene Gespräche und Möglichkeiten zur Vernetzung zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden wahrgenommen.