55. Digitaldialog | digital ist überall – Software als verbindender Querschnitt der steirischen Cluster

v.l.n.r.: Astrid Dorner (ITCS), Robert Ginthör (ITCS), Christina Henrich (Silicon Alps Cluster), Gerhard Greiner (ITCS), Gernot Eder (Human Technology Cluster Styria), Gerald Hirschmann (ITCS), Bernhard Puttinger (Green Tech Cluster Styria), Angelika Weber (ITCS), Thomas Dietinger (ITCS), Udo Traussnigg (AT Styria), Gerhard Hammer (ITCS)

55. Digitaldialog | digital ist überall – Software als verbindender Querschnitt der steirischen Cluster

Die Steiermark ist weithin als „Clusterland“ bekannt. Dieser Zusammenschluss von Unternehmen entlang von Wertschöpfungsketten zum Ausnutzen von Synergien ist sicherlich mit verantwortlich für den internationalen Erfolg der Region.

Beim 55. Digitaldialog sollte jedoch ein Schritt weiter, höher gegangen werden: wie können die Cluster und Zusammenschlüsse gemeinsam agieren, wo sind ihre Schnittpunkte, welche Vernetzungen führen zu weiteren Innovationen?

Als Gastgeber und Vertreter der Softwareentwicklung begrüßte Dominic Neumann von der Fachgruppe UBIT die Anwesenden im Steiermarksaal der WKO.

Grün und digital – kein Widerspruch

Als erster Vortragender zeigte Bernhard Puttinger vom Green Tech Cluster, dass Umweltthemen mit Hilfe von Digitalisierung sehr gute Ergebnisse zeigen: Hightech-Vernetzung bei Veranstaltungen, Kompetenzen-Radar und digitale Durchdringung der Geschäftsfelder und der Green Tech Hub – ein Inkubator für StartUps im Science Tower – sind die zukunftsweisenden Projekte des Clusters.

Im Bezug auf das IT-lastige Publikum gab er eine gute und weiterverfolgbare Übersicht über seine Haupt-Geschäftsfelder und die möglichen Potentiale für Software-Entwicklung in diesen.

Geschichte der Automaten

Udo Traussnigg von der Plattform Automatisierungstechnik (AT Styria) erklärte danach den geschichtlichen Überblick über die Zusammensetzung seines Geschäftsfeldes: Angefangen hat es mit den Maschinen, danach kam die Elektrotechnik als treibende Kraft hinzu. Drittes wichtiges Element ist die Informatik – in Form von Steuerungen, aber immer mehr natürlich auch Sensoren und damit lernende Steuerungen – Industrie 4.0 also. Auch die AT Styria setzt mit ihrer Online-Plattform auf bessere Vernetzung der Mitglieder durch digitale Tools mit dem Grundsatz und dem Ziel, Menschen zusammen zu bringen. Die Grundsätze „open source“ (Technologie und Know-How) in Verbindung mit „open mind“ (Kultur und Einstellung) müssten dabei gegeben sein, um die Chancen einer Vernetzung maximal ausnutzen zu können.

Die Digitalisierung als Haupttreiber der Innovation zeigte er in verschiedenen Beispielen dafür, dass die Software inzwischen wichtiger und zeitaufwändiger bei der Entwicklung einer Maschine ist als die Mechanik und die Elektronik, und dass die Produktvielfalt durch die Individualisierung wieder zunimmt.

Basis und Gemeinschaft

Der letzte Vortrag kam vom Veranstalter – und getreu dem Motto, dass die IT Community Styria (ITCS) keine Hierarchie und keine offizielle Struktur hat, waren hier sechs Vertreter der 14 Mitgliedsunternehmen auf der Bühne, um alle ingesamt 30 Branchen aufzuzählen, in denen sie tätig sind, sowie den Fragen von Moderator Gerhard Greiner Rede und Antwort zu stehen. Ausgangspunkt war, dass Software in allen Branchen benötigt wird. Alle ITCS-Unternehmen eint die Entwicklung von Software, durch die unterschiedlichen Anwendungsgebiete ist eine Vernetzung mit allen anderen Clustern sinnvoll. Als Querschnittsbranche hilft die Softwareentwicklung daher durch die Digitalisierung ihrer Kunden, den Wirtschaftsstandort als Kompetenzregion in allen Bereichen weiter zu entwickeln.

Vernetzung ist essentiell

In einer abschließenden Podiumsdiskussion waren zusätzlich noch Gernot Eder von Human Technology Styria (HTS) und Christina Henrich vom Silicon Alps Cluster vertreten. Besonders spannend dabei die Verbindung von Mensch und Maschine bei der Digitalisierung der Medizin und Life Science sowie die Entwicklung der Elektronik-Hersteller in der Region.

Gemeinsam wollen alle Cluster in den nächsten Jahren die Ausbildung der benötigten Fachkräfte unterstützen, die Unternehmen durch Vernetzung und Nachwuchs weiterhin erfolgreicher machen und natürlich Gemeinsamkeiten nutzen.

Bei aller Wirtschaftlichkeit waren sich spätestens beim anschließenden Philosophieren am Buffet jedoch alle einig: Der Sinn hinter Software und Digitalisierung ist letztendlich immer die Unterstützung des Menschen in seiner Aufgabe, sich und die Welt täglich ein kleines Stück besser zu machen.

Moderation: Gerhard Greiner

Präsentationen/Vorträge:

Bernhard Puttinger | Green Tech Cluster Styria
Udo Traussnigg | AT Styria