Sechs Kärntner Unternehmen bilden Competence Group

Kärntner Unternehmenskooperation mit ersten herausragenden Ergebnissen

Sechs Kärntner Unternehmen bilden Competence Group

Zu einem „kleinen Cluster“, zur Competence Group for Clean Production (CG4CP) haben sich sechs Kärntner Unternehmen zusammengetan – und bereits 1 ½ Jahre später liegen erste Erfolgsprojekte vor.

Gemeinsam ist man stärker – diese alte Weisheit haben sechs Kärntner Unternehmen (davon 5 aus dem Lavanttal) umgesetzt und sich zur Competence Group for Clean Production zusammengeschlossen. An der Kooperationsgruppe beteiligen sich die G+H Ziviltechniker GmbH aus St. Andrä, die Ortner Reinraumtechnik GmbH aus Villach, die Gebäudetechnik Oswald GmbH aus St. Andrä, die PMS Elektro- und Automationstechnik GmbH aus St. Stefan, die SMB Pharmaservice GmbH in Wolfsberg und die M. Wulz Anlagenbau GmbH aus St. Stefan. Mit zusammen rund 600 Mitarbeitern setzen die Firmen der CG4CP 80 Millionen € im Jahr um.

Einzigartiges Modell

Der Schwerpunkt liegt auf konkreter Umsetzung. Im Fokus der sechs Betriebe stehen nicht nur die Fertigung von Produkten und Anlagen für industrielle Kunden mit Reinraum-Anforderungen, sondern auch die damit verbundenen Planungs- und Wartungsarbeiten – sozusagen „Full Service für die Kunden“.

Die Kooperation ist im Rahmen des vom Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds initiierten Lieferanten-Entwicklungsprogramm „Clean Production Kärnten (2016)“ entstanden. Für KWF-Vorstand Erhard Juritsch ist die Competence Group ein nachahmenswertes Modell: „Das ist nicht unbedingt auf bestimmte Branchen beschränkt, sondern funktioniert überall, wo es um Lösungen geht.“ Im Fall der CG4CP sei ein breites Thema aufgeworfen worden, das es erlaubt habe, mehrere Partner an Bord zu holen. Teilweise habe man sich bei den Kompetenzen und Tätigkeiten überschnitten, was aber auch gleichzeitig die Chance einer Ergänzung geboten habe. „So ein Modell lebt von den Kompetenzen der einzelnen Partner, aber am wichtigsten dabei ist gegenseitiges Vertrauen“, ist Juritsch überzeugt.

Servicepark Kundl feierlich eröffnet

Am 22. November wurde bereits das erste gemeinsame Projekt der Gruppe präsentiert: Ein Kompetenzzentrum für externe Dienstleister am Standort der Sandoz Kundl wurde feierlich eröffnet. Sandoz, eine Division des Novartis Konzerns, ist das zweitgrößte Generikaunternehmen weltweit. Sandoz beschäftigt in Summe mehr als 26.500 Mitarbeiter. In Kundl befindet sich mit mehr als 4.400 Mitarbeitern der größte Entwicklungs- und Produktionsstandort von Sandoz weltweit.

Der Servicepark Kundl umfasst Büros, Besprechungsräume, Aufenthalts- und Kommunikationsflächen, Sanitäranlagen, Werkstätten und Lagerbereiche. Das alles ist einem dreigeschoßigen Gebäude mit 1.200 m² Gesamtfläche untergebracht, das Platz für 120 Mitarbeiter bietet. Zusätzlich stehen zwei Hallen zur Verfügung, die in vier Einheiten zu je 270 m² unterteilt direkt neben dem Bürogebäude zur Verfügung stehen. Bei der Energie-versorgung und der Gebäudeausführung wurde sehr stark auf ökologische Grundsätze geachtet.

Der Servicepark wurde von der eigens gegründeten EWP Infra GmbH (Eco Work Place), in welcher alle Mitglieder der CG4CP beteiligt sind, errichtet. „In diesem Servicepark finden Zulieferer und Dienstleister von Sandoz unmittelbar neben dem Betriebsgelände des Pharmaherstellers eine werksnahe und permanente Infrastruktur, in der sie arbeiten können. Das Arbeiten im Container hat damit ein Ende, das stärkt die Leistungskraft und Effizienz der Mitarbeiter“, erklärt Hermann Grundnig, Geschäftsführer der SMB-Pharmaservice und der EWP Infra GmbH.

Das Besondere am Servicepark in Kundl ist auch, dass im Zuge der Ausführung heimi-sche Anbieter, insbesondere die Giffnerhaus GmbH, zum Zug gekommen sind und so über die Kooperationsgruppe auch die regionale Wertschöpfung in Kärnten gestärkt wird, führt Grundnig weiter aus. Die Auslastung liegt bereits bei nahezu 100 Prozent. Mit Sandoz soll  jedenfalls nicht Schluss ein. „Unser Servicepark-Modell ist auf andere Branchen und natürlich Standorte übertragbar“, freut sich Grundnig. Anfragen von großen Kärntner Industriebetrieben gibt es bereits.

Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten

Am 23. November stand im Klagenfurter Lakesidepark geballte Innovationskraft auf der Bühne. Mit dabei die Competence Group for Clean Production. Die Kooperationsgruppe bekam von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, Landeshauptmann Peter Kaiser und Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig den Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten in der Spezialkategorie „Innovationskultur – ein langer Prozess der kleinen Schritte“ verliehen.

„Dieser Preis ist für die Gruppe eine große Anerkennung – Wir wissen alle ganz genau, dass Kooperationen und Partnerschaften notwendig sind um anpassungsfähig und somit wettbewerbsfähig zu bleiben. Am wichtigsten ist aber für die Mitglieder der Gruppe, dass wir mit diesem Preis auch Aufmerksamkeit bekommen und damit attraktiver Arbeitgeber für junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region werden“, erklärt Alfred Krobath von PMS die Bedeutung der Auszeichnung.

Sämtliche Mitglieder der Competence Group sind ständig auf der Suche nach jungen und engagierten Mitarbeitern – ein Zeichen, dass der Wirtschaftsmotor auch im Lavanttal brummt.

Infos zur Kooperationsgruppe und ihren Mitgliedern findet man auf der Website unter www.competence-group.at.

 

 

Rückfragenhinweis

Hermann Grundnig
Geschäftsführer SMB Pharmaservice GmbH und EWP Infra GmbH
Alois-Huth-Straße 7, 9400 Wolfsberg
0699 14 91 9090; grundnig.hermann@smb.at

Von links: Monika Grundnig, Pfarrer Piotr Stachiewicz, Sandoz Chef Ard van der Meij, Hermann Grundnig, Bürgermeister Anton Hoflacher, Grundeigentümer Michael Seebacher, Gerhard Hanschitz, Sabine Hanschitz

Die EWP Gesellschafter mit Sandoz Chef Ard van der Meij bei der Besichtigung der neuen Anlage